Newsletter | Spenden
Home Zentrum Projekte News Publikationen Zeitzeugen Presse Kontakt

Das Interdisziplinäre Forschungszentrum Architektur und Geschichte iFAG widmet sich in seinen Projekten der wissenschaftlichen Aufarbeitung der Geschichte von Zwangsarbeit im Nationalsozialismus, insbesondere der Erforschung des Zwangsarbeitereinsatzes auf den Baustellen und im Betrieb der Wiener Flaktürme.


Ziel der Forschungsprojekte zu den Wiener Flaktürmen ist, das öffentliche Bewusstsein für die Bedeutung dieser Bauten als historische Ereignisorte und authentische Erinnerungsorte in Wien zu fördern und die ehemaligen Flaktürme als Mahnmale des nationalsozialistischen Vernichtungskrieges in der Wiener Gedächtnislandschaft zu positionieren.

Forschungsschwerpunkte

Forschungsschwerpunkte von iFAG sind archäologische und bauhistorische Bestandsaufnahmen, Plan- und Fotodokumentation, Archivrecherche und Oral History. Das Forschungsinstitut arbeitete dabei in den Disziplinen Architekturgeschichte, Archäologie und Geschichte. Die unterschiedlichen Fachbereiche ermöglichen unterschiedliche Arbeitsansätze und fächerübergreifende Forschungsmethoden. Dabei hat gerade die "Historical Archeology" dazu beigetragen, Sachverhalte zu klären, die weder durch schriftliche Dokumente noch durch Zeitzeugen beantwortet werden konnten.

Ein wesentliches Anliegen in der Forschung zur Geschichte der Flaktürme ist für iFAG die Arbeit mit Zeitzeugen und deren Familienangehörigen. iFAG möchte die historischen Bezüge vor allem zu den damals handelnden Personen erforschen und erfahrbar machen. Die Abwesenheit jener Zeitzeugen, die vom nationalsozialistischen Regime durch Zwangsarbeit geschädigt wurden, führt zu einer späten Erinnerung. Diese Menschen sollen nicht vergessen werden, ihre Geschichten müssen mit den Flaktürmen assoziiert werden können.

Fundort Flakturm (2013-2014):

Fundbergung und Sicherung im ehemaligen Leitturm Augarten


Im Inneren des ehemaligen Leitturms im Wiener Augarten existieren bis heute Überreste aus der Zeit seiner Errichtung und Nutzung während des Zweiten Weltkriegs. Sie dokumentieren den Einsatz von Zwangsarbeitern auf den Baustellen der Wiener Flaktürme. iFAG untersucht das Bauwerk in seinem aktuellen Forschungsprojekt "Fundort Flakturm - Fundbergung und Sicherung im ehem. Leitturm Augarten".

Das Wissen um den massiven Einsatz von Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen aus vielen Ländern Europas und der ehemaligen Sowjetunion auf den Flakturmbaustellen, im Betrieb der Flaktürme und in Produktionsstätten in den Flaktürmen ist bisher noch wenig verbreitet. "Fundort Flakturm" widmet sich erneut dem Thema Zwangsarbeit und möchte einen Beitrag zur Aufarbeitung dieses bisher marginalisierten Aspektes der Geschichte der Wiener Flaktürme leisten.

Schwerpunkte des Forschungsprojekts sind:

Team, Kooperationen


Team: Dipl. Ing. Ute Bauer-Wassmann, Mag. Stephan Matyus, Dr. Franz Pieler, Mag. Thomas Pototschnig, Dipl. Ing. Christoph Wassmann
Projektleitung: Dipl. Ing. Ute Bauer-Wassmann

Kooperationen: Österreichische Akademie der Wissenschaften (Doz. Dr. Heidemarie Uhl), Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (HR Doz. Dr. Brigitte Bailer-Galanda) und Burghauptmannschaft Österreich, Baumanagement II (HR DI Roland Lehner).

Gefördert von: Zukunftsfonds der Republik Österreich (Projektnr.: P13-1313) und MA 7 Kulturabteilung der Stadt Wien (Projektnr.: 182732/12)

Publikation


voraussichtliches Erscheinungsdatum: Anfang 2015


Erinnerungsort Flakturm (2008-2010):

Der ehemalige Leitturm im Wiener Arenbergpark


Der ehemalige Leitturm im Arenbergpark, ein architektonisches Zeugnis der Machtrepräsentation des Nationalsozialismus, ist heute ein Erinnerungsort von europäischer Relevanz. Sein nahezu unberührtes Inneres, und hier vor allem die Graffiti von Zwangsarbeitern aus ganz Europa und der Sowjetunion, die diese Bauten errichten mussten, unterscheiden ihn von den übrigen noch bestehenden Flaktürmen in Wien, Hamburg und Berlin. iFAG hat historisch bedeutsame Spuren aus der Entstehungs- und Nutzungszeit des Turms entdeckt und aufgearbeitet. Die Dokumente, Objekte und authentischen Spuren im Inneren des Bauwerks machen eine komplexere Geschichte ablesbar als jene von Luftkrieg und Bombardements, die bislang mit den als reine Kriegsbauten rezipierten Flaktürmen assoziiert wird.

Schwerpunkte des Forschungsprojekts bildeten:

Team, Kooperationen


Team: Dipl. Ing. Ute Bauer, Mag. Stephan Matyus, Mag. Thomas Pototschnig, Dr. Franz Pieler, Dipl. Ing. Christoph Wassmann
Projektleitung: Dipl. Ing. Ute Bauer

Kooperationen: Österreichische Akademie der Wissenschaften (Doz. Dr. Heidemarie Uhl) und Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien (Doz. Dr. Bertrand Perz)

Gefördert von: Zukunftsfonds der Republik Österreich (Projektnr.: P07-0266) und MA 7 Kulturabteilung der Stadt Wien (Projektnr.: 5987/07)

Publikation


Ute Bauer (Hrsg.)
Erinnerungsort Flakturm. Der ehemalige Leitturm im Wiener Arenbergpark
Phoibos Verlag, Wien 2010